Bezirksgruppe Schönbuch u.U.

Bezirksgruppe Schönbuch und Umgebung
in der Landesgruppe Südwest im Deutschen Retriever Club e.V.

 

 

    

Gedanken zum Thema Anlagenprüfung

Jugendprüfung in Balingen

 

Am Morgen des 4.10.09  fand sich bei goldenem Oktoberwetter ein recht „buntes“ Prüfungslot junger Retriever im Revier um die Böllatmühle bei Balingen ein:

Drei Toller, ein schwarzer Labrador, ein Golden Retriever und ein Chesapeake.

Unter Anleitung ihrer Führer und den Augen der Richter sollten sie zeigen was in ihnen steckt – und das im eigentlichen Sinne!

 In ihrer Begrüßung forderte uns die Prüfungsleiterin Ursula Friedrich auf, „mental“ einen Schritt zurück zu treten, unsere jungen Hunde zu beobachten und den Tag zu nutzen um „Einblicke in das Seelenleben“ unserer Tiere zu gewinnen. Ein Gedanke, der uns vielleicht vor lauter Kontroll- und Trainingseifer, Ehrgeiz  und Nervosität fast verloren gegangen wäre…

Mir erging es zumindest so, daß mir noch während der Anreise alles durch den Kopf ging was ich versäumt haben könnte:
Daß ich nicht konsequent genug am Gehorsam gearbeitet habe, kaum Gelegenheit hatte meinen Hund in Gesellschaft und in fremdem Gelände zu trainieren, was wenn sie das Kaninchen nun doch nicht nimmt und eigentlich hatte ich ja eigentlich viel zuwenig Zeit usw. usw.
 Gleichzeitig wurde ich den Gedanken nicht los, was denn der eigentliche Sinn der Anlagenprüfung sei: die natürlichen, angewölften, genetisch verankerten Fähigkeiten eines Hundes zu erkennen und zu bewerten.
Genau diese Frage beschäftigte uns Hundeführer auch in den  Diskussionsrunden in der Warteschleife.

 Natürlich hatte jeder von uns versucht seinen Hund so gut wie möglich vorzubereiten: In Trainingsgruppen und Zuhause, mit und ohne (professionelle) Hilfe.  Und doch bleibt der Zweifel, wie erkennt man - wie erkennen die Richter die Anlagen, um die sich der Züchter soviel Gedanken macht?

Das Interesse spannenden Gerüchen nachzugehen und der Wille Beute zu machen, ist in jedem instinktsicheren Hund verankert.

Diese Anlage soweit zu fördern, daß der Junghund all seine Sinne (vor allem den bei uns Menschen unterentwickelten Geruchssinn!) unter verschiedenen Aufgabenstellungen zum Finden der Beute einsetzt, aufnimmt und vertrauensvoll, freudig seinem Meuteführer zuträgt - also in den Dienst des Menschen stellt, soll das Ziel der Vorbereitung auf die JP/R sein.

„Formalitäten“, die das in unseren Köpfen verankerte menschliche (!) Bild eines „korrekten Apports“ perfektionieren, sollte man getrost hinten anstellen.

Trotzdem macht auch ein gut veranlagter junger Retriever nicht alles von allein: Motivation und Bestätigung im richtigen Moment nach dem etwas flapsigen, aber bei näherem Hinsehen logischen Motto: „Der Hund tut was sich lohnt“ ist vielleicht das Erfolgsrezept mit dem man an die JP/R herangehen kann.

Die Mischung aus Angeborenem und Erlerntem zu differenzieren und zu beurteilen ist die schwierige Aufgabe, die den Richtern zukommt.

Dies gelang der Prüfungsleiterin Frau Dr. Ursula Friedrich und ihrem Team in einer ruhigen Atmosphäre aus wohlwollender Strenge und nicht zu enden scheinender Geduld für jedes Gespann.

Fern von Punktedenken und Wettbewerbsstimmung empfand ich die Richter, als in den Hintergrund getretene Beobachter, die ich während der Arbeit meines Hundes völlig vergessen konnte. 

So gelang es dann auch, dass im Laufe dieses spannenden Tages jeder von uns die Gelegenheit hatte, auf die eine oder andere Weise Einblicke in die Seele seines Vierbeiners zu erhalten und für die weitere Arbeit mit seinem Hund mit nach Hause zu nehmen.

Allen die diesen schönen Prüfungstag ermöglicht haben sei noch einmal herzlich gedankt: dem Sonderleiter Günter Walkemeyer, dem eine perfekte Organisation (inklusive köstlicher Verpflegung!) gelungen ist, dem Reviergeber Herrn Friedrich und Frau Angelika Schuler , für beste Geländegegebenheiten und natürlich dem Richterteam Frau Dr. Ursula Friedrich (DRC), Frau Monika Schönbach (DRC) und Herrn Manfred Gruhler (JGHV)

 

Julia Enz mit Ahyoka


                        

 

 

 

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